Überlegungen zu meiner Fotografie

Ich bin eine „Menschensammlerin“. Mein liebstes Motiv sind Menschen: Gerne die wettergegerbten, deren äußere Hülle und Falten auf ein intensives und arbeitsames Leben schließen lassen. Die Lachfalten, der verschmitzte Blick, die Sinnlichkeit oder auch tiefe Furchen, die auf eine entbehrungsreiche Zeit hinweisen, machen Gesichter spannend. Sie erzählen Geschichten, ohne ein einziges Wort auszusprechen. Es bereitet mir großes Vergnügen gerade zu diesen Menschen, die nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entsprechen Kontakt aufzunehmen und sie zu portraitieren. Viele sind sie anfänglich scheu und aber es gelingt mir oftmals, die Distanz abzubauen und eine Offenheit und Bereitschaft sich fotografieren zu lassen herzustellen.

Aber auch die jungen Menschen haben ihren Reiz: Beim Christopher Street Day „CSD“ konnte ich viele fantasievoll geschminkte und für den Anlass prächtig geschmückte Menschen erleben. Lebensfreude, Aktivität, und ein Reichtum an Gestaltungsliebe sind ihnen anzusehen. Die Momente einzufangen, die leidenschaftlich, provokativ, in sich gekehrt oder offenherzig nach außen getragen werden, zählen zu den Herausforderungen. Meine Wege führen mich regelmäßig zu Menschen in ihrer angestammten Umgebung, bei der Arbeit, bei Spiel und Sport, wo sie die Kamera vergessen und sich ‚natürlich‘ und konzentriert ihrer Sache widmen.

Menschen in ihrer Vielfalt erlebe ich bei Veranstaltungen und natürlich auf meinen Reisen. Dort sind es immer die Umgebung oder die Tätigkeit, die mir nicht vertraut sind, die mich auf die Fremden zugehen lassen, um diese aus der Reserve zu locken. Zusätzlich zu den Menschen sind ist es die Natur, die Landschaft und die Tiere, die mich besonders interessieren. Meine Polenreise auf dem Ostseeradweg verstehe ich als Reisedokumentation. In Island waren es die überwältigenden und vielseitigen Naturereignisse, die an so vielen Ecken aufwarten und auf Kreta die reiche Blumenpracht mit diversen ungewöhnlichen Insekten.

Die Fragestellung nach einem Thema entwickelt sich durch die intensive Auseinandersetzung und beim Tun. Für die meisten Aufnahmen nutze ich eine Panasonic Kompaktkamera GX7 sowie verschiedene Objektive, besonders gerne das Makro.